"Aufdermauer" (D 1982, 100 min.,
SW,1:1,66)
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Ein Film als Gnadengesuch für Albert Aufdermauer, dessen Schicksal der Spielhandlung zugrunde liegt. |
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Synopsis
Wegen "schweren Raubes in Tateinheit mit Totschlag" im Alter von 22 Jahren zu lebenslangem Freiheitsentzug verurteilt, verbüßt ein Häftling (Klaus Abramowsky) dreißig Jahre im Gefängnis, die meiste Zeit davon in Einzelhaft. Nur schleppend lockern sich die Haftbedingungen, bis sich ihm endlich eine Chance bietet, sein Wirklichkeitsdefizit auszugleichen - wenn auch illegal: Von einem eintägigen Freigang kehrt er nicht in die Justizvollzugsanstalt zurück. Ständig auf der Flucht durchlebt er Tage voller Scheu und Neugier in einer ihm völlig unbekannten, modernen Welt, knüpft über eine Jugendliche (Susann B. Winter) und ihre Clicque erneut erste zaghafte Kontakte mit einer Gesellschaft, von der er total isoliert und entwöhnt worden ist.
Parallel zum Lernprozeß des Häftlings verläuft der eines ehrgeizigen Lokalreporters (Klaus Grünberg), der zunächst nur seine eigene Karriere im Auge hat. Mit den Schwierigkeiten, die er sich im Laufe seiner Nachforschungen einhandelt, wächst aber auch die Bereitschaft des Reporters, hinter dem schlagzeilenträchtigen Fall die Person des Häftlings wahrzunehmen und zu respektieren. Unterstützt durch den Journalisten, beschließt dieser letztlich, seine "experimentelle Freiheit" abzubrechen und sich freiwillig zu stellen. Wenige Schritte vor dem Gefängnis wird er auf offener Straße festgenommen und erneut in Einzelhaft überführt.
Pressestimmen
""Aufdermauer" ist ein Film der Gedanken, Empfindungen, Emotionen. Er gibt Anlaß zum Nachdenken über den Strafvollzug, aber mehr noch über das Leben, die Menschlichkeit und die Einsamkeit, die ein Zeichen unserer Zeit ist, und die Albert Aufdermauer "draußen" schrecklicher erlebt als hinter Gittern."
Frauke Hanck / tz, München
"... diese authentische Geschichte besticht durch ihre sensible Darstellung. In kargen Schwarzweiß-Bildern entfaltet der Film eine Intensität, die um so dichter wirkt, weil der Regisseur auf Aufgeregtheit und emotionales Engagement verzichtet. Je ruhiger er seinen Fall erzählt, desto größer wird die Empörung beim Zuschauer über das Schicksal dieses "Lebenslänglichen", das die Frage nach dem Sinn unseres Strafvollzugs im Wortsinn aufregend neu aufwirft."
Michael Beckert / Saarbrücker Zeitung
"Die fiktive Handlung versucht nicht, die individuellen Hintergründe eines Verbrechens zu erhellen, sondern mit der vorrübergehenden Rückkehr dieses Mannes ins bürgerliche Leben ein sozialpsychologisches Porträt unserer Gegenwart zu zeichnen: Niemand weiß genauer, was Glück ist, als der Leidende. Niemand vermag Freiheit sinnlicher wahrzunehmen als der, der sie lange entbehrte. Er erlebt eine mißgelaunte, ungeduldige, konsumabhängige Gesellschaft, die mit ihrer schier grenzenlos scheinenden Freiheit achtlos und leichtfertig umgeht. Ihren wirklichen Bedürfnissen entfremdet, schafft sie sich künstliche, bleibt aber unbefriedigt. Sie geht gewalttätig mit der Natur um und mechanisiert das Verhältnis zum Mitmenschen. Parallel zu dieser zentralen Geschichte gibt es noch kleine Episoden, die das Prinzip der Selbst- und Fremdbestimmung spiegelnd variieren. Eine bemerkenswert hoffnungsvolle Studienabschlußarbeit der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film."
Adolf Fink / Frankfurter Allgemeine Zeitung
"Der Film ist meisterhaft gerade in der Seismographie der Psychologie des Häftlings, hervorragend von Klaus Abramowsky gespielt, und wechselt von leiser Komik zur Tragik beim Versuch des Mannes, sich wieder an seine Mitmenschen zu gewöhnen und mit sich selbst ins reine zu kommen. Wer solche Debutarbeiten liefert, sollte die Gelegenheit erhalten, weiterzuarbeiten und seine Sensibilität und handwerkliche Präzision an anderen Sujets einzusetzen."
Neue Zürcher Zeitung
"Besser kann Albert Aufdermauers Sache - mit Kunst - nicht vertreten werden."
Hartmut Schulze / Der Spiegel
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Festivals/Preise |
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Auswertung |
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Team |
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Buch:
Lutz Konermann |
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Cast |
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Häftling: Klaus Abramowsky |
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