"Dharavi, Slum for Sale" (CH /D 2010, 80 min., 1:1.85, DolbySR)
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| Synopsis
| Bombay, Indiens Tor zum Westen, hat sich neu erfunden und in Mumbai verwandelt. In eine moderne, selbstbewusste Handelsmetropole. In einen Magneten für die Hoffnungen von Arm und Reich. Stadtgrenzen und Einwohnerzahl lassen sich nur noch schätzen, bald dürfte die 20-Millionen-Schwelle überschritten sein. Schon jetzt ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung gezwungen in Slums zu leben, in den Zwischenräumen der offiziellen Stadt. Der grösste dieser Slums heisst Dharavi. Mit seinen rund achthunderttausend Einwohnern ist es der am dichtesten besiedelten Flecken der Erde. Früher lag Dharavi weit vor den Toren der Stadt, heute befindet es sich im Herzen einer rund herum wuchernden Metropole, flankiert von Verkehrsadern und in direkter Nachbarschaft zu Mumbais neuem Finanzdistrikt. Das ehemalige Sumpfgelände hat sich in lukrativen Baugrund verwandelt - Nährboden für ehrgeizige urbanistische Visionen. Vor zehn Jahren ist der in den USA ausgebildete Architekt Mukesh Mehta nach Mumbai zurückgekehrt, um eine radikale Wende in der Slumsanierungspolitik seiner Heimatstadt einzuläuten. "Public Private Partnership" heisst die Formel, mit der er Milliardengewinne verspricht, falls eine Kahlschlagsanierung Dharavis in die Hände privater Unternehmen gelegt wird. Die Regierung ist überzeugt von seinen Argumenten. Hunderttausenden von Slumbewohnern aber droht die Vetreibung. |
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| Team Regie: Lutz Konermann Übersetzungen: Farida Pacha, Daniel Bitterli
mit Mukesh Mehta
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| Pressestimmen |
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Rund 51'000 Eintritte zählten die 45. Solothurner Filmtage, und die zuverlässigste Begleiterin hat uns auch heuer auf Schritt und Tritt verfolgt. Ihr Name ist Nostalgie. Genauer: die beharrliche Sehnsucht der Altvorderen nach den rebellischen Zeiten, als die Filmtage noch als politisch aufgeladenes Feld für Debatten und ideologische Grabenkämpfe dienten. (...) Das beste Mittel gegen solche Phantomschmerzen ist der Gang ins Kino. Der Schweizer Dokumentarfilm fand hier die grossen politischen Themen einmal mehr weit weg von seiner geografischen Heimat. Zum Beispiel in Dharavi, einem der grössten Slums Asiens, der im Herzen von Mumbai gleich neben dem Bankenquartier der Stadt liegt. In seinem Film «Dharavi, Slum for Sale» nimmt Regisseur Lutz Konermann den neoliberalen Ehrgeiz eines Stadtplaners unter die Lupe, der private Investoren mit dem Bau von Sozialwohnungen betrauen will, um die Menschen aus ihrer unwürdigen Existenz zu erlösen. Das ist zwangsläufig ein Film der scharfen sozialen Kontraste. Konermann pendelt zwischen der Lebenswelt im Slum und den Büros des Herrn Mehta, der mit verkehrten Mitteln das Gute will. (Bezeichnende Pointe am Rande: Der einzige Schweizer, der durch diesen Film geistert, ist Joe Ackermann von der Deutschen Bank, der an einer Tagung in Mumbai als Gastreferent auftritt.) Die Agenda des Films ist klar: Der Regisseur will Dharavi als Lehrstück über falsch verstandene Aufwertungspolitik am untersten Rand der Gesellschaft vorführen. Die Quartiere der Unterprivilegierten, so Konermann, dürfe man nicht über ihre Köpfe hinweg sanieren. Am Ende des Films werden die Pläne, den Slum zu überbauen, auf demokratischem Weg vorübergehend gestoppt. Konermann feiert das als temporären Erfolg der Selbstbestimmung, aber das heisst keineswegs, dass damit auch die Hoffnung auf ein besseres Leben leichtfertig begraben wäre. Die Frage bleibt: Wie könnte ein solches Leben aussehen? «Dharavi» bleibt auch deshalb im Gedächtnis haften, weil der Film uns zumutet, solche scheinbar ausweglosen Ambivalenzen auszuhalten. Florian Keller, Tagesanzeiger
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Weitere Höhepunkte boten traditionell Dokumentationen: "Dharavi, Slum for Sale" von Lutz Konermann und Rob Appleby zum Beispiel. Der deutsche Regisseur, der an der Filmakademie Baden-Württemberg lehrt, sowie der englische Fotograf und (hier) Drehbuchautor beleuchten ein Entwicklungsprojekt für den größten, von 800 000 Menschen bewohnten Slum der indischen Metropole Mumbai. Ein Stararchitekt will dort, neben dem Finanzdistrikt in Privat Public Partnership mit Hilfe internationaler Investoren (Spekulanten) zeigen, dass Slums sozialverträglich zu sanieren sind; er scheitert aber - vorerst - am Widerstand der Bewohner und deren Unterstützern. Der Film ist ein fesselndes Beispiel für die Macht einer Bewegung von unten und gespickt mit ergreifenden Schicksalen wie dem des verwitweten Schneiders, der über die Betreuung seiner zwei Kinder in eine Abwärtsspirale gerät, die ihm auch im Slum noch den Boden unter den Füßen raubt. Ähnlich eindrücklich in der Liste hochwertiger Dokumentarfilme sind auch "Nel giardino dei suoni" und "Ceux de la colline". Unter dem Strich ist der Schweizer Dokumentarfilm gut in Form fürs Kinojahr 2010, besser als der Spielfilm. Michael Baas, Badische Zeitung
In ihrem eindrücklichen Dokumentarfilm "Dharavi, Slum for Sale" stellen Lutz Konermann und Rob Appleby kritische Fragen zu einem Sanierungsprojekt in Mumbai: Das Slumviertel Dharavi hat sich in lukrativen Baugrund verwandelt, einen Magneten für profitgierige Privatinvestoren. Der Film macht schockierende Kontraste sichtbar und bleibt dabei immer nah an den Menschen: ein Lehrstück zur Funktionsweise globaler Verflechtungen, dessen besonderes Verdienst darin besteht, den Ärmsten auf respektvoller Augenhöhe zu begegnen. Bettina Spoerri, NZZ
Das dichtest besiedelte Gebiet der Welt, der Slum Dharavi in Mumbai, soll nach einem neuen Konzept eines indischen Stararchitekten saniert werden, den bisherigen Bewohnern Gratis-Wohnraum bieten und dennoch Gewinn für private Investoren abwerfen. Ein Film über ein faules Ei des Kolumbus, das vor unseren Augen zerbricht. Diesen Dokumentarfilm möchten wir Ihnen besonders ans Herz legen. Christoph Pfluger, zeitpunkt
Ein Nahverhältnis (zu seinen Protagonisten) muss auch Lutz Konermann aufgebaut haben, der in "Dharavi, Slum for Sale" nicht nur das Leben in diesem Slum Mumbais, in dem 800.000 Menschen leben, schildert, sondern auch die Pläne zu dessen "Resanierung". Nüchtern und ohne jede Polemik stellt er das Slumleben den Plänen des den Neubau organisierenden Chefingenieurs gegenüber und lässt auch Aktivisten und Kritiker zu Wort kommen. Das ergibt ein vielschichtiges Bild. Wer aber letztlich in diesem Aufeinandertreffen von Hochfinanz und Slumbewohnern die Rechnung zahlen wird, macht der letzte Satz deutlich: "Es wird ein schöner Ort - für die Reichen." Walter Gasperi, kultur-online
Documentari più vivi che mai. Il cinema svizzero fatica a trovare consensi nel settore della fiction, Soletta edizione 2010 non fa che confermarlo. Ma per fortuna ci sono i documentari, settore nel quale la Confederazione eccelle da anni. (...) Attaccato alle poltrone tiene "Dharavi, Slum for sale" di Lutz Konermann, la storia di un quartiere popolare di Mumbai destinato a diventare una zona lussuosa della città indiana. Un film destinato a trovare il suo spazio nelle sale, ma soprattutto un film che permette di credere in una cinematografia che il suo pubblico, c'è da starne certi, lo ritroverà. Bisogna avere pazienza, ma vale la pena di aspettare. Daniel Hürlimann, RSI.ch |
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