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FOCAL- Seminar: Inszenieren für's Fernsehen - Zwang oder Chance? | ||
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27./28. März und 24./25. April 1999 in Zürich - Konzept und Leitung: Lutz Konermann
Liebe KollegInnen im Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz
Für diejenigen unter Euch, die es nicht präsent haben: Ich bin Euer Vertreter im Stiftungsausschuß von FOCAL, und als solcher seit mehreren Jahren damit beschäftigt, ein interessantes und effektives Weiterbildungsprogramm speziell in Hinblick auf unsere Bedürfnisse als AutorInnen und RegisseurInnen mitzugestalten. Gleichzeitig bin ich neben meiner freiberuflichen Arbeit als Film- und Fernsehregisseur auch seit Jahren als Dozent an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg im Bereich "Szenischer Film" tätig.
Ich wende mich heute an Euch, um Euer Interesse auf ein FOCAL-Seminar zu lenken, das einer Diskussion um Berührungsängste zwischen Film- und Fernsehschaffen(den) entspringt &endash; Berührungsängste, die ich persönlich kenne, die ich selbst aber über weite Strecken abgelegt habe. Ich bin vor rund zwanzig Jahren als Autorenfilmer aufgebrochen und arbeite zur Zeit primär als freischaffender Regisseur für wechselnde deutsche Fernsehproduzenten und -anstalten. Mit anderen Worten: Ich weiß sowohl um die Ideale als auch um die Realitäten des Berufsmarktes. Ich teile Eure Sehnsucht nach anspruchsvollen Filmen ebenso wie die Notwendigkeit, ein finanzielles Auskommen zu finden. Und ich bin der Überzeugung, daß dank der momentanen Konjunktur im deutschsprachigen Fernsehbereich die Chance, den Beruf "Regie" lustvoll auszuüben, so groß ist wie selten zuvor.
Natürlich gibt es Unterschiede zwischen einem Kino- und einem Fernsehfilm, nicht nur vom Format, vom Ergebnis, sondern auch von der ganz spezifischen Ausübung der Regietätigkeit her. Und genau um diese spezifischen Unterschiede soll es im FOCAL-Seminar gehen: Was ist ein Fernsehspiel? Was unterscheidet es von einem Kinofilm? In puncto Stoff, Format, Produktion, Vertrieb, Auftraggeber? Wie stark ist die Einflußnahme anderer auf die Regie? Wie groß sind die Kompromisse? Wo sind die Schwierigkeiten? Bei der Auftragsvergabe, der Durchsetzung von Budgets, Produktionsbedingungen, Besetzung, Team? Was sind die vertraglichen Besonderheiten, was die rechtlichen? Worauf muß man aufpassen? Buy-Out oder Wiederholungshonorare? Wie wichtig ist die Quote? Wie wichtig das Zielpublikum? Kann man mit Werbeblöcken leben? Mit einer Dreiakt-Struktur? Was ist formal drin? Kann man mit Bildern erzählen? Mit welchen? Wie wird man Fernsehregisseur? Wie bleibt man es? Wie kommt man davon los? Will man überhaupt noch davon los? Gibt es Hierarchien? Wie sind die Strukturen einer der größten aktuellen Wachstumsbranchen, der deutschsprachigen TV-Landschaft?
Ich habe vier Kollegen eingeladen, alle Schweizer, die seit Jahren für das deutsche Fernsehen inszenieren. Ich habe sie gebeten, aktuelle Beispiele ihrer Regiearbeit vorzustellen. Jeder von ihnen wird eine jüngere Produktion zeigen, die wir uns gemeinsam per Videobeamer im Kino Neugasse anschauen können:
Urs Egger, "Opernball" / Erwin Keusch, "Die letzte Chance" / Walter Weber, "Künstlerpech" / Markus Imboden, "Bella Block: Tod eines Mädchens".
Anschließend werden die Kollegen Rede und Antwort stehen, zu den oben genannten Fragen und zu weiteren, die sich aus den Filmbeispielen und der Diskussion mit Euch ergeben. Darüber hinaus werden alle je eine/n Ko-ReferentIn aus Deutschland mitbringen, der/die in das gezeigte Projekt maßgeblich involviert war, redaktionell, produktionell oder gestalterisch - jeder einzelne von ihnen ein hochinteressanter Diskussions- und Ansprechpartner der deutschen Fernsehproduktionslandschaft:
Martin Moszkowicz, Produzent der Neuen Constantin Film, München / Sytze van der Laan, Producer der Filmpool, Köln / Stefan Ottenbruch, Redakteur bei SAT 1, Berlin / Jutta Lieck, Produzentin der Objectiv-Film, Hamburg.
Ich bin überzeugt, daß die aktive Teilnahme an beiden Wochenenden höchst profitabel für Euch ist, solltet Ihr bereit sein, Euch mit der Perspektive "Inszenieren für's Fernsehen" auseinanderzusetzen. Eine seltene Gelegenheit, an Insiderwissen und -kontakte zu gelangen.
In diesem Zusammenhang erlaube ich mir, Euch darauf hinzuweisen, daß das Schweizer Fernsehen mit dem Programm "Fernsehen DRS 2000" just in diesen Wochen eine Fernsehspiel-Initiative lanciert und die Stoffentwicklung und Produktion von "jährlich 8-16 produktionsreifen Drehbüchern für schweizerdeutsche TV-Movies für die Primetime - SF1, 20.00 Uhr" in Aussicht stellt. Wenn das kein Anreiz ist...?
Lutz Konermann