"Panthers, Fighters & Co."
(D 1991, 45 min., col.)
Synopsis
Während der Arbeitszeit ist der 18jährige Tunc ein zuverlässiger und höflicher Arzthelfer. Doch in seiner Freizeit verwandelt sich der junge Türke mit deutschem Paß in einen aggressiven "Fighter". Tunc ist einer von rund zweitausend Jugendlichen in Berlin, die sich in Straßengangs organisiert haben. Diese Jugendbanden, etwa fünfzehn an der Zahl, sind längst in die Grauzone zwischen harmloser Anmache und schwerer Kriminalität abgedriftet.
Abu, Murat, Clif und Sami bilden den Kern der "Panthers", die im Bezirk Wedding ihr Revier haben, wo besonders viele Ausländer leben und die Sozialstrukturen durch Kahlschlagsanierung und Massenabwanderung der deutschen Bevölkerung extrem unstabil sind. Rassismus spielt in ihrem Denken eine zentrale Rolle - nicht der, den sie selbst praktizieren, sondern der, den sie erleiden müssen. Mit einigen Banden sind sie befreundet, von anderen trennt sie "Todfeindschaft". Gewalt - etwa gegen rassistische Skinheads - gehört zum Ehrenkodex; Kriminalität, bei der normale Bürger die Opfer sind, lehnen sie ab.
Daß sich Gewalt auch nach innen richten kann, davon berichtet der 17jährige Lehrling Cem, der sowohl bei den "Panthers" als auch bei den "Fighters" ein Gastspiel gegeben hat und nun versucht, ganz aus der Bandenszene auszusteigen. Ob es ihm gelingen wird, ist eine offene Frage.
Pressestimmen
"Ein Stück zeitgemäßen, geduldig portraitierenden Fernsehens lieferten Giovanni di Lorenzo und Lutz Konermann mit ihrem Feature 'Panthers, Fighters & Co.' über die 'ganz normale Gewalt junger Türken in Berlin'. (...) Daß ein klares Bild dieser Berliner Jugendbanden zustandekam, ist das Verdienst der Filmer. Sie fragten nicht, um einen Mißstand zu erörtern, sondern um etwas Neues zu erfahren." Die Zeit
"Di Lorenzo und Konermann bewiesen einen sensiblen Umgang mit dem Thema Gewalt in unseren unwirtlichen Städten und mit den türkisch-stämmigen Jugendlichen, in deren Leben körperliche Auseinandersetzung zum Alltag gehört. (...) Die Bilder und Aussagen der Jugendlichen konnten 45 Minuten für sich sprechen. 'Panthers, Fighters & Co.' war anwaltschaftlicher Journalismus mit kritischer Distanz zur Sache." Nordwest-Zeitung
"Die Filmemacher verzichteten bewußt auf Wertungen oder vorschnelle oberflächliche Lösungsvorschläge. Ihr Bericht war spannend und vor allem ehrlich." HAZ
"Nur selten gelingt es, durch die fast völlige Zurücknahme der Person des Journalisten nicht nur ein Gefühl größerer Authentizität, sondern auch den Eindruck umfassender und fairer Berichterstattung zu erwecken. Die in der Reihe 'Unter deutschen Dächern' ausgestrahlte Reportage 'Panthers, Fighters & Co.' schaffte das rare Kunststück." Bayernkurier
"Konermann und di Lorenzo lassen ihre Protagonisten zu Wort kommen. Von Gewalt wird nur geredet, spektakuläre Schlägereien werden bewußt nicht gezeigt. Man erfährt dafür erschreckend viel Biederes über die sechs Jungs, ihren Frust, ihre Motive, so zu leben, wie sie leben - kaum anders als andere Menschen mit deutschem Reisepaß im Berliner Wedding. (...) Gegen diesen Beitrag ist das vielgelobte Spiegel-TV kaum mehr als 'Aktuelle Schaubude' für Leute mit Reifezeugnis." die tageszeitung
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Buch:
Giovanni di Lorenzo |
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